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Ohne Spenden geht es nicht!

Ohne Spenden geht es nicht!

Zwei Jahre stationäres Hospiz im Ahrtal

Die Unterstützer des stationären Hospizes im Ahrtal präsentieren vor der „Spenderwand“ des Hospizes ihre „Spendensteine“Hospiz im Ahrtal gGmbH

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auf den Tag genau zwei Jahre nach der Eröffnung des stationären Hospizes im Ahrtal sind zum Dankeschön-Abend all diejenigen geladen gewesen, die die Einrichtung oberhalb des Krankenhauses Maria Hilf in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Voll wurde es dabei nicht nur im Empfangsbereich und im Mehrzweckraum des Hauses, sondern auch auf der Wand mit den Spendensteinen am Eingang. Mit den diesjährigen Großspenden zieren diese Wand mehr als 100 Steine.

„Jeder einzelne von diesen Bausteinen steht für eine eigene Geschichte und für die Spender“, erklärte der Geschäftsführer der Hospiz im Ahrtal gGmbH, Christoph Drolshagen, auch im Beisein und im Namen vom Hospizleiterin Yasmin Brost: „Unsere Hospizarbeit baut auf Spenden auf. Ohne Spenden und bürgerschaftliches Engagement wäre das Haus hier gar nicht entstanden, und unsere Arbeit nicht möglich.“ Was das bedeutet, führte die Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, Ulrike Dobrowolny, aus: Hospize werden zu 95 Prozent durch die Krankenkassen und Pflegeversicherungen finanziert, und nur dann, wenn dort auch ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind. Damit sollen sich die Bürger stets mit dem Haus verbunden und verantwortlich fühlen. Deswegen sei auch das strukturelle Defizit von fünf Prozent, das durch Spenden ausgeglichen werden müsse, wesentlicher Bestandteil der Hospizarbeit: Die finanzielle Unterstützung der Bevölkerung sei mithin so wichtig wie das Interesse der Bürger an der Hospizarbeit und die, die davon erzählen und sich mit dem Thema auch beschäftigen.

„Zwei Jahre Hospiz im Ahrtal, darauf können wir mit großer Dankbarkeit und auch mit großem Stolz zurückschauen. Es ist eine gute Zeit gewesen. In diesem Jahr haben wir schon 108 Menschen aufnehmen können, die hier gelebt haben die letzten Tage, Wochen und Monate ihres Lebens.“ Die zehn Plätze seien zu 94,5 Prozent ausgelastet gewesen. Auch das sei für ein Hospiz eine sehr gute Zahl, sagte Drolshagen: „Wir sehen damit, wie groß der Bedarf ist und wie groß er auch immer schon gewesen ist. Auf diese Weise konnte tatsächlich eine Möglichkeit für die Bevölkerung im Ahrtal geschaffen werden, die dringend benötigt worden ist.“ Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei etwa 30 Tagen. Manche Menschen sterben schon nach wenigen Tagen im Hospiz, andere verbringen dort Monate. Sogar erfreuliche Geschichten gebe es im Hospiz: „Menschen stabilisieren sich manchmal hier zunächst einmal, die nach intensiven Behandlungen der Onkologie oft sehr ausgezehrt ins Hospiz kommen. Sie kommen hier zur Ruhe und durch die umfassende körperliche, aber auch psychosoziale und spirituelle Begleitung nochmals zu Kräften und erfahren Lebensqualität.“

Mit den Spenden des vergangenen Jahres ist etwa die Tätigkeit der katholischen und der evangelischen Seelsorgerin, die im Haus tätig sind, möglich gemacht worden. Durch Spenden werden auch die Schulungen der 19 Ehrenamtlichen im Hospiz finanziert, die neuerdings unter anderem auch dafür sorgen, dass Gäste, Angehörige und Neugierige, die ins Hospiz kommen, einen hospizlichen, also im Wortsinne gastfreundlichen, „Empfang“ erleben. Unter anderem sei durch Spenden auch der Raum der Stille als Herzstück des Hospizes weiter ausgestattet und eine Kunsttherapeutin angestellt worden.

Musiktherapie soll im kommenden Jahr folgen, weil Medien wie Musik und Kunst manchmal eine Art Ausdrucksmöglichkeiten bieten, für Dinge, die am Ende des Lebens wichtig aber schwer auszusprechen sind. Weitere geplante Investitionen für 2018 sind Sichtabtrennungen an den Balkons der Hospizgäste und ein Materialwagen für die Mitarbeiter. Hospizgespräche, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen sollen zudem weiter dafür sorgen, dass das stationäre Hospiz im Ahrtal ein offenes Haus ist. Das „Ahrtaler Hospizgespräch“ am Dienstag, 16. Januar, im stationären Hospiz, Dorotheenweg 6, in Bad Neuenahr widmet sich mittels einer Podiumsdiskussion dem Thema Bestattungskulturen.

Date

16. Februar 2018

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